Der Band widmet sich Praktiken der Zeugenschaft in gerichtlichen und außergerichtlichen Kontexten. Untersucht werden Episteme, Materialitäten und Medialitäten, die Zeugenschaft und Zeugenwissen generieren und bedingen. Es stellt sich die Frage danach, wie diese hergestellt und beglaubigt, aber auch selegiert und manipuliert werden. Neben menschlichen Zeugnisgebenden gerät ebenso die Zeugenschaft von Bildern und anderen Formen der Repräsentation ins Blickfeld. Die Beiträge nehmen mithin so vielfältige Phänomene in den Blick wie den Auftritt im Gerichtssaal, sogenannte Theatertribunale, das Ad-hoc-Bezeugen mittels digitaler Technologien sowie Archivierungen von Zeitzeugenschaft. Der Sammelband gliedert sich in die vier Sektionen (I) Kollektives Bezeugen und digitale Medien, (II) Aufführen und Bezeugen, (III) Bezeugende Bilder, (IV) Erinnern und Bezeugen.
Praktiken des Bezeugens sind vielfältig und allgegenwärtig: Neben menschlichen Zeugnisgebenden können etwa auch Bilder ein Geschehen (mit)bezeugen. Zeugenschaft formiert sich überall dort, wo ein Geschehen umstritten oder sein Hergang unsicher ist. Der Band behandelt konkrete Praktiken des Bezeugens in gerichtlichen und außergerichtlichen Kontexten aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Zentral sind Fragen danach, wie Zeugenschaft hergestellt und beglaubigt, irritiert und infrage gestellt wird. Die Themen reichen vom Auftritt im Gerichtssaal über das Ad-hoc-Bezeugen mittels digitaler Technologien bis zu Archivierungen von Zeitzeugenschaft.