Zaubern? Sonst noch was? So mit Abrakadabra und Simsalabim? Da winkst du doch gleich ab und denkst dir dein Teil. Vielleicht sogar: Die spinnt doch. Aber du weißt schon, dass Abrakadabra und Simsalabim nur Ablenkung sind - oder? Damit du nicht so genau hinschaust, was eigentlich passiert. Denn wenn du zaubern lernen willst, kommt es genau darauf an. Haarscharf hinzuschauen und sich nicht ablenken zu lassen von dem ganzen Brimborium drumherum. Gerade das Alter ist in unserer Gesellschaft von Einflüsterungen geprägt, die wir nicht mehr hinterfragen. Ist dir schon mal aufgefallen, dass dich ab einem gewissen Punkt ganz andere Werbung erreicht? Überwiegend Schmerzmittel, Venencreme, und (je älter, desto häufiger) Rollator und Treppenlift. Wenn das tagtäglich auf uns niederregnet, glauben wir irgendwann tatsächlich, dass Älterwerden zwangsläufig von Schmerzen und Zipperlein begleitet wird. Ich nenne das Wortmagie. Je öfter du so etwas hörst und siehst, desto eher glauben auch du und ich, dass so unsere Zukunft aussieht. Aber wenn du zaubern lernst, kannst du andere Weichen stellen.
Mara Anders, erfahrene Optimistin, die gründlich gelernt hat, aus Stroh Gold zu spinnen, also zu zaubern. Inzwischen 80 Jahre alt. Schulversagerin, Au-Pair-Mädchen in England, Journalistin, verspätete Abiturientin, Studentin, Diplom in Pädagogik und Psychologie. 40 Jahre lang Dozentin an einer pädagogischen Akademie. Dort über 1.000 Menschen (überwiegend Frauen) in Zeiten von Umbruch, Wechsel, Neuanfang begleitet. Intensive eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Älterwerden. Mangels Vorbildern langwierig, von vielen Sackgassen und Umwegen geprägt. Zum zweiten Mal Ehefrau, Mutter eines Adoptivsohnes, sechs Jahre lang Pflegemutter einer Enkelin und immer im besten Alter.