Das Anthropozän geht zu Ende. Artensterben, Klimawandel: Aus nimmersatter Gier liquidieren wir Zweifüßler uns selbst. Leugnung und Selbstbetrug beruhigen zwar, halten aber nicht auf, was sich längst verselbständigt hat. Etwas grüne Kosmetik - symbolische Vernunft - verzögert unsere Selbstausrottung nur und treibt sie in die schmerzhaft-zähe Verlängerung. Quo vadis, homo sapiens: Rettung per Notbremse - oder Erlösung durch rauschhafte Selbstvernichtung?
Nüchtern auf seine philosophischen Arbeiten aufbauend schlüpft Axel Schlote in zwei fiktive Rollen: kompromißloser Weltretter und mokant-barmherziger Scharfrichter. Uns Parasiten bleiben zwei Rest-Optionen: der Eisbär im Parlament oder Parasitendämmerung - die Herrschaft an die Natur übergeben oder lustvoll-beschleunigt von der Weltbühne abtreten. Das Gedankenexperiment ist radikal, provokant, polemisch. Satire oder bittersüßer Ernst? Was sich als Übertreibung tarnt, ist realistischer als blumige Klimaprotokolle und schwurbelige Phantasien vom "grünen" Wachstum.