Noch nie erschien der Weg zu geistiger Fitness so einfach: Apps, Online-Kurse und Spiele versprechen, unser Erinnerungsvermögen zu steigern und das Gehirn jung zu halten. Die Botschaft klingt verlockend - schließlich wollen wir alle möglichst bis zum Lebensende noch klar denken können. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Der Hirnalterung liegen Ursachen zugrunde, die sich mit solchen Maßnahmen, wenn überhaupt, nur minimal beeinflussen lassen. Und übertreiben sollte man es damit auf keinen Fall: Ständige Reizüberflutung, Dauerstress und Schlafmangel könnten nämlich sogar das Gegenteil bewirken. Studien zufolge beschleunigen chronische Überlastung und psychischer Druck den körperlichen und mentalen Abbau.
In diesem Zusammenhang stellt sich eine wichtige Frage: Warum altert das Gehirn manchmal schneller als der restliche Körper? Und was passiert dabei auf zellulärer Ebene? Fachleute sprechen vom »Brain Age Gap«, einer Diskrepanz zwischen biologischem und geistigem Alter. In unserer Titelgeschichte erfahren Sie, welche Mechanismen dahinterstecken und wie sich die Hirnalterung verlangsamen lässt. Unser Autor Frank Luerweg hat mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gesprochen, die Ursachen wie Entzündungen, Stoffwechselveränderungen und Lebensstilfaktoren erforschen. Außerdem geben sie praktische Tipps, wie wir unsere grauen Zellen schützen können. Eine ergänzende Infografik gewährt noch tiefere Einblicke in die Abläufe im alternden Gehirn. Wussten Sie etwa, dass das Organ ab dem 35. Lebensjahr schon wieder schrumpft?
Mein Rat zum Schluss: Bleiben Sie neugierig, bewegen Sie sich, und gönnen Sie sich Pausen. Damit tun Sie Ihrem Gehirn mehr Gutes als mit einer App - egal welcher.
Viel Freude beim Lesen! Ihre Anna von Hopffgarten