"Das Brot des Wahnsinns - Wie ein Pilz im Roggen ganze Dörfer verhexte" untersucht eine der dunkelsten medizinischen Plagen des Mittelalters: den Ergotismus, auch bekannt als "Antoniusfeuer". Wenn der Roggen auf dem Feld feucht wurde, wuchs ein kleiner schwarzer Pilz - das Mutterkorn. Dieser Pilz enthält Alkaloide, die dem LSD chemisch sehr ähnlich sind. Wenn die Bauern das daraus gebackene Brot aßen, begann ein Albtraum.
Der Kulturhistoriker Gregor Wolf beschreibt die schrecklichen Symptome: Halluzinationen, brennende Schmerzen in den Gliedmaßen und das Absterben von Händen und Füßen. Das Buch stellt die provokante These auf, dass viele historische Berichte über "Dämonenbesessenheit" und einige Wellen der Hexenverfolgung (wie in Salem) eigentlich Massenvergiftungen durch schlechtes Brot waren.
"Das Brot des Wahnsinns" zeigt, wie abhängig die vorindustrielle Gesellschaft von der Natur war. Ein feuchter Sommer konnte nicht nur Hunger bedeuten, sondern kollektiven Wahnsinn auslösen, den die Menschen religiös deuteten, weil ihnen das mikrobiologische Wissen fehlte.