Die Auseinandersetzung um "lebensunwertes Leben" begann schon lange vor der nationalsozialistischen Machtergreifung mit eugenischen Vorstellungen vom gesunden "Volkskörper". Juristische, medizinische und auch kirchliche Stellungnahmen antworteten bestenfalls zwiespältig auf die Frage der "negativen Eugenik". Hörnig analysiert die damaligen Diskurse und spannt den Bogen über die NS-Zeit hinaus in die gegenwärtige Gesellschaft: von der zweiten Ausgrenzung der Opfer in der Nachkriegszeit bis zu heutigen Utopien vom leidfreien Leben. Welche Antworten Kirche und Gesellschaft darauf finden, ist zugleich ein Spiegel für die Humanität einer Gesellschaft.