Münster, 1792. Die Französische Revolution erschüttert Europa. Flüchtlinge strömen ins Fürstbistum, alte Gewissheiten geraten ins Wanken, Misstrauen und Vorurteile greifen um sich. Inmitten dieser unruhigen Zeit gerät ausgerechnet Fürstin Amalie von Gallitzin, eine der bedeutendsten Frauen der deutschen Aufklärung, ins Zentrum eines folgenschweren Gerüchts: Sie soll einem jungen jüdischen Flüchtling Unterschlupf gewähren und ihn vor der Obrigkeit verstecken.
Was als haltlose Behauptung beginnt, entwickelt sich zu einem Skandal, der ihre Familie, ihren Freundeskreis und ihren Ruf bedroht. Während sich die Fronten verhärten, sucht der junge Jakob Löw verzweifelt nach einem Weg in die Freiheit. Zwei Schicksale, die sich nie begegnen und doch untrennbar miteinander verbunden sind.
Mit seinem zweiten Roman erzählt der Münsteraner Autor Ulrich Henze von Menschen, die zwischen Gewissen, Vorurteil und gesellschaftlichem Druck ihren eigenen Weg suchen - damit bringt er Vergangenheit und Gegenwart miteinander ins Gespräch.