Bevor es Inspektor Grant gab, gab es Kif. Schottland, 1914. Kif ist sechzehn, Knecht auf einem Bauernhof und hungrig nach einem Leben, in dem endlich etwas geschieht. Er macht sich älter, als er ist, und meldet sich freiwillig. In den Schützengräben Frankreichs findet er, was ihm bisher gefehlt hat: Kameradschaft, Mut und einen Freund fürs Leben. Doch als der Krieg vorbei ist, hat die Welt keine Verwendung mehr für einen wie ihn. Kif treibt durch das London der frühen Zwanzigerjahre, zwischen Rennbahnen, Boxhallen und Tanzlokalen. Er verkauft Seife an der Haustür und verliert sein Herz an die schöne, unberechenbare Baba Carroll. Ihre Familie ist herzlich und gastfrei, aber sie hütet ein gefährliches Geheimnis. Schritt für Schritt gerät Kif auf einen Weg, von dem es kein Zurück mehr gibt. Kif ist der allererste Roman von Josephine Tey, der gefeierten Autorin von Tot im Tower und Tot in der Turnhalle. Er erschien 1929 unter dem Namen Gordon Daviot. Statt eines Ermittlers steht hier ein junger Mann im Mittelpunkt, dessen Werdegang man mit wachsender Spannung verfolgt. Tey erzählt mit der trockenen Ironie, dem scharfen Blick für Menschen und der stillen Wärme, die ihre Leser an ihren Kriminalromanen lieben. Bis zur letzten Seite fragt man sich: Wohin führt Kifs Weg? Packend, bewegend und ungeschminkt: ein vergessener Klassiker, erstmals in deutscher Übersetzung.